Morgengabe - das romantische Geschenk an die Braut

Wie aus "Tausendundeiner Nacht" mutet der Brauch an, der Braut eine Morgengabe zu schenken. In Zeiten von Gleichberechtigung besitzt das traditionelle Geschenk unter dem Kopfkissen der frischgebackenen Ehefrau jedoch einen anderen, zeitgemäßen Charakter. Vorbei die Zeiten, da Männer ihre Frauen absichern mussten: Heutzutage bekennt der Partner mit kostbarem und individuellem Schmuck Farbe: Die Morgengabe ist ein romantisches Bekenntnis an die Liebe mit hohem Symbolwert.

Die Morgengabe gestern und heute
Die Morgengabe blickt auf eine lange Tradition zurück. Nicht nur nach islamischem, auch nach deutschem Recht wurde der Braut eine Morgengabe zugesichert: Ein Geldgeschenk, Grund und Boden, Schmuck oder die Dienste eines Sklaven dienten als Absicherung für die Ehefrau, sollte es zu einer Trennung durch Tod oder Scheidung unter den Eheleuten kommen. Frauen, die in ihren Rechten ohnehin sehr beschränkt waren, verhalf die Morgengabe daher zu einer gewissen Unabhängigkeit, forderte Verantwortung vom Ehemann, zwang ihn im Falle von Scheidung zu einer Art Unterhaltspflicht.

Mit Romantik oder symbolhafter Bedeutung einer idealen Liebe hatte diese im islamischen Recht wurzelnde Verpflichtung nur bedingt etwas zu tun. Der eigentliche Vermögenswert stand im Mittelpunkt, nicht Ästhetik, Schönheit oder Individualität des Geschenks. Nicht ohne Grund war die Morgengabe häufig auch Bestandteil der Vertragsverhandlungen bei arrangierten Ehen. Im iranischen Recht beispielsweise wird die Höhe der Morgengabe immer noch an bestimmten Faktoren wie Tugend, Jungfräulichkeit, Bildung und Frömmigkeit der Frau bemessen. Auch das Vermögen des Brautvaters oder die Mitgift ihrer Schwestern sind nicht unerheblich.

Was macht den alten Brauch so reizvoll?
Es ist wohl die Symbiose von althergebrachter Tradition mit der modernen Zeit, die einer Morgengabe gerade heutzutage Reiz verleiht. Meist legt der Bräutigam sein Geschenk unter das Kopfkissen seiner Angetrauten. Starre Vorgaben und Muster gibt es heutzutage allerdings nicht mehr: Beispielsweise kann auch die Frau dem Mann etwas schenken oder man beschenkt sich gegenseitig. Natürlich werden Klassiker - Diamantohrringe oder eine Kette mit Diamantbesatz – weiterhin gerne geschenkt. Aber letztendlich liegt es am persönlichen Geschmack, ob man sich für ein schlichtes, kostbares Unikat, eine Handarbeit mit neuen Materialien wie Carbon oder für ein klassisches Schmuckstück entscheidet. Was zählt, ist der Wert, den man sich gegenseitig durch ein einzigartiges Schmuckstück zuschreibt – der Symbolcharakter, das Einzigartige, Wertvolle steht im Mittelpunkt der romantischen Morgengabe.

Ebenso ist es möglich, die Morgengabe am Tag vor der Hochzeit zu überreichen. Ohrring, Kette oder Ring verlieren dann zwar den Zauber des Geheimnisses am Tag danach, dafür glänzt die Braut schon an ihrer Hochzeit durch kostbaren Schmuck. In Zeiten von Internet, Gleichberechtigung, Karriere- und Familienplanung, in Zeiten rasanter gesellschaftlicher Umbrüche und neu definierter partnerschaftlicher Zusammengehörigkeit setzt das Geschenk der Morgengabe ein Statement: Für Mut zur Romantik und zur Liebe. Emotionale Verbundenheit durch ein einzigartiges Schmuckstück auszudrücken hat auch im digitalen Zeitalter an Symbolkraft nichts verloren. Im Gegenteil!

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